Trapholt – dänisches Möbeldesign in konzentrierter Form

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Wer sich für Möbel allgemein oder für Stühle im besonderen interessiert und nach Dänemark kommt, dem sei ein Besuch in Trapholt, dem Museum für dänische moderne Kunst, wärmstens empfohlen. In dem in Kolding gelegenen Museum findet man konzentriert und in ansprechender moderner Architektur Klassiker der dänischen Möbelbaukunst des 20. Jahrhunderts: Von Kaare Klint über Hans J. Wegner, Grete Jalk, Borge Mogensen bis zu Nanna Ditzel stehen hier die unterschiedlichsten Lösungen für die Anforderung, die da lautet „Sitzgelegenheit“. Die Ausstellungen wechseln, die Museumswebsite informiert über die aktuell gezeigten Exponate.

Mein Favorit der Ausstellung: Die Stühle Hans J Wegners.

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Hans J. Wegner, Peacock Chair, Esche, 1947

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Hans J. Wegner, Peacock Chair, Esche, 1947 – Detail

Stühle der zwei prominentesten Vertreterinnen des dänischen Möbeldesigns: Nanna Ditzel und Grete Jalk.

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Nanna Ditzel – Trinidad – 1993

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Grete Jalk – GJ Stuhl – 1963

Immer wieder ein Hingucker, wenn auch wohl eher ungemütlich: Jørgen Høvelskovs Harfenstuhl aus Esche und mit Segeltauen bespannt.

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Jørgen Høvelskov – Harfenstuhl – 1968

Ein interessantes Experiment in Sachen Konstruktion ist der Slatted Stool von Gunnar Aagar Andersen. Sessel und Lehne bestehen aus Lamellen. Mehrere dieser Lamellen sind lose übereinandergelegt und mit dem Seitenteil durch einen Dübel und Langloch verbunden. Bei Belastung können sie sich bis zu einem gewissen Grad durchbiegen und sich so trotz der geraden Bauweise der Körperform anpassen.

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Gunnar Aagar Andersen – Slatted Stool – 1979

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Gunnar Aagar Andersen – Slatted Stool – 1979 – Detail

 

Über die Präsentation der Exponate macht man sich hier in Trapholt sichtlich Gedanken.
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Neben den Klassikern, gibt es derzeit eine Sonderschau mit den Stücken dänischer Möbeldesignerinnen – von den Vorreiterinnen des 19. Jahrhunderts bis zu jungen Absolventinnen der Königlich Dänischen Kunstakademie.

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Sarah Cramer – Bendy Bench – 2014

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Cecilia Sell Bjovartn – Celeste – 1997

Spannend wieviel Kreativität und Innovation ein eher kleines Land wie Dänemark hervorbringen kann.

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7 Antworten zu Trapholt – dänisches Möbeldesign in konzentrierter Form

  1. Volker schreibt:

    Ein schöner und interessanter Bericht.
    Danke dafür.

    Gruß
    Volker

  2. Pedder schreibt:

    Hallo Veronika,

    vielen Dank für diesen Tip. Gibt es sonst noch was, was ich in meiner Nähe (Kiel) an modernen Möbeln sehen muss? An Kolding bin ich dieses Jahr schon zweimal vorbeigefahren, ohne von dem Museum zu wissen. Schade, wäre eine nette Pause gewesen.

    Liebe Grüße
    Pedder

    • Veronika schreibt:

      Hallo Pedder,
      So ist das – die Sehenswürdigkeiten der eigenen Umgebung kennt man meist am wenigsten.
      Außer Trapholt hab ich jetzt auch keine Tips parat. Obwohl, doch: In Esbjerg gäbe es laut meinem Dänemarkführer einen interessanten Möbelladen. Ein Besuch ist sich bei mir leider nicht ausgegangen. Wenn es dich interessiert, kann ich die Adresse gerne nachschlagen.
      Liebe Grüße an die Ostsee,
      Veronika

  3. Hans Erwin Engels schreibt:

    Hallo Veronika,
    freut mich immer, von dir zu hören/lesen!
    Der Harfenstuhl und der Celeste gefällt mir sehr! Glaubst du, die sind nachbaubar?
    Sind das Einzelstreben beim Celeste?

    Liebe Grüße!

    Erwin

    • Veronika schreibt:

      Hallo Erwin!
      Ich denke schon das beide prinzipiell schon auch in einer Hobbywerkstatt nachbaubar sind. Der Harfenstuhl ist denke ich einfacher, da er im wesentlichen nur aus zwei Teilen besteht die ineinander gesteckt sind. Beim Celeste ist die Herausforderung das Formvereleimen/Biegen. Der Hocker ist übrigens nicht wie man auf den ersten Blick denken könnte aus Basis und Sitzfläche gebaut, sondern der linker Fußteil und rechte Sitzfläche sind aus einem Stück. Die Fläche ist wie du auch vermustest aus einzelnen lamellen (~4mm).

      • Hans Erwin Engels schreibt:

        Danke dir, Veronika!
        Ja, stimmt. Fußteil geht über in Sitzteil und ist mit Gegenstück ‚überblattet‘.
        Das so entstehende X ist wohl mit einem starken Streifen gedeckt und kann so
        auch die Lamellen-von oben eingeschoben- abdecken.
        Bist du sicher, dass die X-teile formverleimt oder dampfgebogen sind bzw sein müssen?
        Ich danke dir für dein Mitdenken!
        Liebe Grüße aus dem herrlich, herbstig verregnetem Allgäu! Basteltag!

        Erwin

      • Veronika schreibt:

        Nein da bin ich mir auch nicht sichert. Ich tippe auf dampfgebogen, weil es ja doch 90° sind die sich das Teil insgesamt dreht. der Faserverlauf wäre also wenn man das Stück aus einem Teil sägt also zum Teil recht ungünstig. Ich glaube eher nicht dass das Exponat formverleimt ist, dagegen spricht meiner Meinung nach die Maserung die man links am Bild sieht. Aber vielleicht hat ja auch ein anderer Leser hier noch eine Idee?

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